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Baustopp am Bahnhof aufgehoben
Ein Vierteljahr Verzug musste Bauherr Frank Weser hinnehmen, weil eine Genehmigung fehlte. Nun werden die Fenster erneuert.
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 Robin Krause (vorn) und seine Kollegen von der Dachdeckerfirma Jarsumbek verkleiden die Holzfassade mit Folie. Anschließend wird die Fläche mit Schiefer gedeckt. Seit Montag sind die Bauarbeiten am ehemaligen Ortrander Bahnhof wieder im Gange.Fotos: Klaus-Dieter Brühl
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Seit Montag wird am ehemaligen Ortrander Bahnhof wieder gearbeitet. Bauherr Frank Weser aus Ortrand lässt ihn zu einem Ärztehaus umbauen. Doch noch im September hatte ihn ein Baustopp ereilt. „Unter Androhung von 2000 Euro Strafgeld war mir verboten worden, weiterzuarbeiten“, erinnert sich der Bauplaner.
Fehler des Eisenbahnamtes
Was war passiert? Ein behördlicher Fallstrick hatte sich um Wesers Füße gelegt. „Es stellte sich heraus, dass zwar das frühere Bahnhofsgebäude, nicht aber die Freiflächen entwidmet waren“, sagt der Bauherr. Ihre Nutzung war also noch auf den Zugbetrieb begrenzt. Der Bahnhof hätte noch gar nicht verkauft werden dürfen. Ein Fehler des Eisenbahnbundesamtes, vermutet Frank Weser. Dem Immobilienmakler, von dem er die Immobilie erworben hatte, und den Baubehörden will der Ortrander keine Schuld geben. Dennoch konnte er geschlagene drei Monate nicht bauen. Dabei sollten noch im alten Jahr die neuen Fenster eingesetzt werden. 60 Stück davon standen auf dem Betriebshof der Bautischlerei Müller in Reinersdorf und warteten auf den Abtransport. „Insgesamt 14 Firmen saßen in der Warteschleife“, blickt Frank Weser zurück. Glücklicherweise seien ihm die künftigen Mieter nicht abgesprungen. In das sanierte Wohn- und Geschäftshaus sollen ins Erdgeschoss zwei Allgemeinärzte ziehen, in die obere Etage kommen drei Büroeinrichtungen und eine Wohnung. Doch der Übergabetermin März ist nun nicht mehr zu halten. Frank Weser rechnet damit, dass der Bauverzug nicht aufgeholt wird. Dachdecker und Fensterbauer sind seit dieser Woche wieder vor Ort und arbeiten weiter. Und auch Bauherr Weser ist nicht untätig. Er hat sich mit seinen „Bahnhofs-Erfahrungen“ für ein weiteres Projekt beworben: den Ruhlander Haltepunkt. Die Stadt will ihn kaufen und sucht ein Bauplanungsbüro. Da könnte Frank Weser der richtige Mann sein.
Auch Nachbarfläche kaufen
In Ortrand will Frank Weser noch eine zweite Teilfläche neben dem Bahnhof erwerben. Auch das alte Bahnwärterhaus gehört ihm schon. Es ist vermietet. Wesers Großeltern wohnten früher darin. Die persönliche Beziehung zum Bahnhof, Baujahr 1880, waren für den Diplom-Ingenieur auch ausschlaggebend, in das Empfangsgebäude rund eine halbe Million Euro zu stecken. „Als das Objekt im Oktober 2010 zum Verkauf stand, wollte ich erst einen Investor suchen, für den ich die Sanierung planen kann“, so Weser. Doch als er den günstigen Kaufpreis hörte, nahm er die Sache selbst in die Hand. Sein Opa Josef Wiesner war nach 1945 hier Fahrdienstleiter. Als Kind drückte sich Frank Weser oft im Bahnhof herum. Bis 2010 war das Gebäude noch in Betrieb.
Kellergewölbe gefunden
Der Denkmalschutz hat auch in Brandenburg ein scharfes Auge auf Umbauten von Denkmälern. „Ich muss außen wieder einen dunkelgrünen Fensteranstrich herstellen“, erzählte Frank Weser. Restauratoren hatten diese Originalfarbe freigelegt. Innen werden die Fenster aber weiß gestrichen. Freilich muss auch die vordere Klinkerfassade bleiben. An die den Schienen zugewandte Rückseite kommt wieder historische Schieferdeckung. Frank Weser kann mit Fördermitteln des Sanierungsgebietes Innenstadt bauen. „Dafür begann auf meiner Baustelle schon mal eine Stadtverordnetensitzung“, sagt der Ortrander. Er habe gute Unterstützung von der Stadt und der Denkmalbehörde. Gestoßen ist er zudem auf schmuckes Kellergewölbe, das Partyraum werden könnte.
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